Arbeitsunfall

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Was ist ein Arbeitsunfall?

Bei einem Arbeitsunfall handelt es sich um eine fahrlässig zugezogene Verletzung innerhalb der Arbeitszeit. Passiert ein Unfall auf dem Weg zur Arbeit, so klassifiziert sich dieser ebenfalls als Arbeitsunfall – auch Wegunfall genannt. In Deutschland ist man über jede Anstellung unfallversichert. Auch Kinder im Kindergarten, Schüler:innen, Studierende, Auszubildende, Blut- und Organspender:innen sind gesetzlich versichert – ohne Arbeitnehmendenstatus.

Jegliche Unfälle am Arbeitsplatz, so fahrlässig sie auch sein mögen, fallen unter die Definition Arbeitsunfall. Außerdem muss gegeben sein, dass alle Maßnahmen zum Arbeitsschutz eingehalten wurden und der Grund des Unfalls nicht mit einer physischen Auseinandersetzung zusammenhängt.

Wenn der Unfall jedoch mit Vorsatz herbeigeführt wurde und/oder Alkohol-, Rauschgift- sowie Tablettenmissbrauch vorliegen, entfällt der Versicherungsschutz.

Jegliche Unfälle auf der Arbeit sollten – so marginal sie auch sein mögen – gemeldet werden. Somit sichert man sich eine eventuelle Entschädigungszahlung der Berufsgenossenschaft. Weist ein Arbeitsunfall, der keine unmittelbaren Folgen zeigte und nicht meldet wurde, Spätfolgen auf, so kann ein Zusammenhang nicht mehr nachgewiesen werden.

Der Arbeitsunfall wird den Versicherungsträgern gemeldet. Diese bieten meist zeitsparende Online-Formulare an; meist reicht sogar ein kurzer Anruf.

Um finanziellen Problemen aufgrund eines Arbeitsunfalls entgegenzuwirken, gibt es verschiedene finanzielle Unterstützungen. Normalerweise findet eine Lohnfortzahlung bei Arbeitsunfällen seitens der Arbeitgebenden statt, welche sechs Wochen lang das reguläre Gehalt weiterhin auszahlen.

Bringt der Arbeitsunfall ein Ausbleiben der Arbeitsfähigkeit über diese sechs Wochen hinweg mit sich, so schreitet die Krankenkasse ein und zahlt das sogenannte Krankengeld – bei gesetzlich Versicherten. Das Krankengeld beläuft sich auf ca. 70% des regulären Brutto-Entgelts.

Besteht eine langfristige Arbeitsunfähigkeit, so zahlt die Krankenkasse zwar weiterhin den Betrag aus, fordert jedoch Teile des gezahlten Betrages bei der Unfallversicherung an. Hier wird dann weniger das Krankengeld als das Verletztengeld gezahlt. Dieses beläuft sich auf 80% des regulären Brutto-Entgelts.

Der Anspruch auf Verletztengeld erlischt nach 78 Wochen (gerechnet vom ersten Tag der Feststellung der Arbeitsunfähigkeit). Besteht nach diesem Zeitraum noch immer eine Arbeitsunfähigkeit, welche die betroffene Person mehr als 20% einschränkt, so wird eine Verletztenrente von der Unfallversicherung ausgezahlt.